Thermy XT 33 (супер-птица)

Liebe auf den ersten Blick!

Etwa so und nichts anders kann man unsere Begegnung im FMT beschreiben.

Mal was aerodynamisch und technisch Modernes mit vielen Jahrzehnten Holzmodellbauwissen gepaart als Retroprojekt umsetzten?

Ja, genau!

Der Thermy Super Vogel 33

oder eben wie ich ihn nenne:

супер-птица

Das ist Russisch und spricht sich ‚Super Ptitsa‘ aus und heisst ganz banal ‚Super Vogel‘. Ui, wieder was gelernt!

… und er fliegt soo genial. Wär’s doch nur schon wieder warm …

Begeistert vom Flugvideo und in der Absicht einen Thermik Segler einmal nicht in billigen Plastik zu schrumpfen, habe ich mir vorgenommen den Thermy XT klassisch umzusetzen. Link zum RC-Network und da noch ein Link zum RC-Network

Die Planungs- und CAD Phase hat begonnen. Ich setzte den Flieger zuerst im CAD etwas angepasst auf meinen Geschmack um.

Der Rumpf wird etwas angepasst, die Flächengeometrie wird bleiben. Daher kann ich die Rippen schon mehr oder weniger 1:1 aus dem pdf Plan vom VTH übernehmen. Und nein – es gibt keinen Knopf in irgendeiner Software die das einfach so erledigt. Zuerst wird das pdf in dxf umgewandelt. Und dann ist da viel Handarbeit. Mit Estlcam kann man sich viel Arbeit sparen. Aber ich zeiche und konstruiere extrem gern in Rhino 3D. Die Pläne von Wolfgang / VTH weisen nicht die erforderliche Qualität auf, um ohne Nachbearbeitung Fräsdaten zu erstellen. (Ich weiss er zeichnet sie nicht selber, aber das musste ich jetzt mal festhalten).

Leider ist der gesamte Plan voll mit hunderten solcher Ungenauigkeiten. Mich ärgert sowas und ich korrigiere das. Das heisst jetzt aber nicht, dass mit dem Flugzeug etwas nicht stimmt. Es ist eine sehr gelungene und ausgewogene Kontruktion von Wolfgang. Ich behaupte der Beste aller Thermy’s. Bisher habe ich Jahre mit der CAM/CNC  Software von Penta NC gefräst(V1, V2, V3). Nichts als Ärger mit der Software. Entspricht einfach nicht den heutigen Erwartungen an Software. Sorry, aber Software ist mein Job und ich verstehe seit mehr als 30 Jahren ein wenig davon. Aber SF und Penta – das ist irgendwie schiech! Ich weiss, andere Anwendungen sind in dem Bereich noch schlimmer. Man kann mit dem meisten Zeugs arbeiten und ans Ziel kommen wenn man’s kennt. Das ist aber nicht der Masstab für mich. Jetzt werde ich Eastlcam versuchen. Um mir nicht eventuelle Zusatzprobleme beim Wechsel einzuhandeln, erstelle ich zuerst ’saubere‘ dxf Daten. Den Thermy 3 und das Teufelchen habe ich beide neu im Rhino3D gezeichnet. Rhino3d ist die CAD Software meiner Wahl. Beim Thermy XT mache ich diesmal zuerst nur noch Korrekturen an der dxf Datei. Dadurch sind immer noch viele unnötige Daten (Punkte) in der Datei. Das Vorgehen spart aber auch viel Zeit und Estlcam unterstützt dabei hervorragend. Das Ergebnis sieht dann so aus und geht auch zum Fräsen
Thermy XT CAD Neue Rippenzeichnung im Rhino 3D

Die Rippen sind fertig gezeichnet.

Leider verzögert sich der Thermy XT. Ich habe beschlossen zuerst die neue Estlcam Steuerung zu bauen und mich nicht länger mit Penta NC herumzuärgern.

Es ist ein sehr interessantes Projekt, da ich die StepFour 540 Fräse direkt über die bestehenden StepFour 540 D-Sub9 Anschlüsse ‚A‘ und ‚C‘ verbinden will.

Ich werde das auch noch dokumentieren. Vielleicht gibt es doch den einen oder anderen der auch so eine Fräse hat und bei dem die SF-C2 Steuereinheit das Zeitliche gesegnet hat. Oder die Software nicht mehr unter Windows 11 läuft. Ich kann da einen 100% Weg aus dem Dilemma aufzeigen. So viel kann ich schon verraten: Die Sache läuft, und das wunderbar geschmeidig. Bald wird gefräst 🙂

Oder auch nicht … also habe ich mir feige für die erste Version in Friedrichshafen einen Frästeilesatz gekauft. Natürlich nur um zu lernen, wie die Teile ausgelegt sind :-I
Parallel habe ich aber trotzdem die (verbesserte ) Version V2 in Arbeit …

Zur Fläche einige nur einige Fotos.

Den Endleisten (Klappen und Querruder) hab ich zwei Lagen 10mm Kohleband gegönnt.

Die Servohalterungen habe ich gleich in die entsprechenden Rippen integriert. Mir gefällt es, wenn alle Servoeinbauten problemlos ein- und ausgeschraubt werden können. So habe ich dann die entsprechenden Halterungen im Rhino 3D gezeichnet und nach einigen Prototypen final gefräst. Man kann’s auch einfacher machen, aber mir macht es Spass das so zu bauen. Gibt schon Gründe, warum ich immer viel Zeit bis zur Fertigstellung brauche.

 

 

Die Anlenkung ist aus 1.6mm GFK etwas in Form gebracht. Solche Details wurden im Plan leider ausgespart.

Und dann kam als neues Verfahren die Bespannung mit Stoff. Hatte ich ja schon im RC-Network Thread angedroht.

Hier wurde der Clou Parkettlack auf Wasserbasis noch gepinselt. Später habe ich an der Fläche mal die Rollerei versucht. Absolut der Hammer. Nie mehr Pinseln 🙂

Spinner: Reisenauer, Z Mittelstück 45mm, mit 47mm Kappe. 

Die Bespannung ist 50 gr/m2 Perlon. 2 x Spannlack + 2 x Clou Bodenbelag. Tönt nicht grad leichtz, ist aber wirklich alles recht leicht. Und wie mich dünkt: Recht ‚boing‘-fest und resistent gegen wilde Katzen
Bald ist es warm und ich lackiere draussen. Dann sind auch nicht überall Fuseln vom Wollpullover in der Lackierung. Den Pullover braucht’s bei 12 Grad im Bastelraum, mässiges Finish hin oder her. Fliegt auch so. Beim dem Modell bin grad sehr pragmatisch unterwegs. Vieles ist Test für die V2.

Ich habe mich jetzt letztlich doch für drei Servos an den Leitwerken entschieden. Nicht wegen der Sicherheit, sondern weil ich fand es sei später einfacher zum einstellen.
(Nachtrag: Völlig übertrieben. Das mache ich nächstes mal mit 2 guten Servos)

 

Leider hat der Meister Werling alle Ausgänge an die gleiche Stelle gesetzt. Für das Höhenleitwerk zu weit hinten, daher passen dann keine Gewindeanschlüsse mehr drauf. Wehe wenn da mal ein Teil des Gabelkopfs in der Bergen abbricht … Für das Seitenleitwerk ist der Ausgang dagegen zu weit vorn. Dank der Polysteel Schubstange geht das noch so, aber sonst wäre die freie Weite bis zum Seitenleitwerk Ruderhorn zu gross. Es läuft alles sehr spielfrei und leicht. In der selbstgefrästen Version 2 des SuperVogels 33 machen wir das dann aber besser! Beim Thermy 25 hat er das jetzt selber gemerkt und etwas nachgebessert. Dafür ist bei dem Modell der Rumpf vorne 2-5 cm zu kurz und den Schwerpunkt ohne 4Ah Akku zu erreichen … aber das gehört ja nur bedingt hierher

Und so schaut’s hinten aus. Die Befestigung mit der Nut am Seitenleitwerk und einer M5 Schraube ist simpel und effektiv. ( … und etwas versenkt wäre noch besser). 

Den Endleisten (Klappen und Querruder) hab ich zwei Lagen 10mm Kohleband gegönnt.

Eine Wucht-Brumme, war schon vor dem Erstflug irgendwie klar.

Der Erstflug: August 2025

Thermy XT 33

Erstflug am Hang: Fast 2 Stunden Flug mit drei kurzen Motorläufen. Da würde auch ein 2 Ah Akku genügen.
Selbst die Milane, obwohl sehr interessiert an dem bunten Kollegen, haben ab 250 Höhenmeter aufgegeben 🙂
(Könnte auch sein, dass es ihnen zu blöd wurde immer höher rauf zu fliegen …)

Gelandet bin ich dann wegen Genickschmerzen. Ja man wird nicht jünger.
Ein absoluter Super-Vogel! Fliegt wie ein grosser Amigo.

Das ganze Modell ist gebaut und eingestellt wie von Wolfgang beschrieben. Ich habe aber alles mit Perlon Gewebe bespannt – ein Traum und kostet fast nichts. Nie wieder dieses sich lösende und hässliche Plastikfolien Dreckszeugs!
Und richtige Scharniere an allen Klappen dran, wie früher. (Um Gottes Willen – der Ruderspalt – die Aerodynamik – sowas fliegt doch nicht mehr! Jaja 🙂 )

Hier noch technische Daten, die, die es immer alle immer ganz genau wissen wollen:

Motor ist der Hacker A40-10L V4 mit dem Regler Jeti Metzon Evo 50 und einem 4S Lipo 4200 (450 Gramm)
Prop ist Aeronaut 16×10 auf Reisenauer 45er Spinner. Das zieht 45-49 Ah. Und der Mezon verträgt das und mehr Ampere absolut problemlos.

Abfluggewicht: 3500 Gramm
Schwerpunkt: 97 mm
EWD: Keine Ahnung, wie auf dem Plan und in den Frästeilen vorgegeben. So um die 1.5-2 Grad.

Ruderauschläge:
SR soviel wie mechanisch möglich
HR rauf 25, runter 25 mm
Quer rauf 35, runter 25mm

Zum Landen.
Klappen: ca. 80 Grad (Nach unten 🙂), soviel wie mechanisch möglich, dazu Tiefenruder ca 6-8 mm, muss erflogen werden. Quer bleiben wo sie sind.